Weinmann Newsblog

Aktuelle Informationen und Meldungen

Niedriger Versicherungsbeitrag durch Selbstbehalt

10. Dezember 2018

Nicht immer ist es gleich notwendig, den Versicherer zu wechseln oder beim Versicherungsumfang zu kürzen, um eine möglichst günstige Versicherungsprämie zu erhalten. Versicherungskunden, die mit ihrem Versicherer eine Selbstbeteiligung im Schadenfall vereinbaren, zahlten nämlich für die gleichen bisher versicherten Risiken erheblich weniger.

Bei zahlreichen Versicherungsarten wie einer Kfz-Kasko-, privaten Kranken-, Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Hausrat-, Wohngebäude- oder Reiseversicherung bieten Versicherer ihren Kunden an, einen Selbstbehalt im Schadenfall in der Police zu vereinbaren. Der Vorteil: Durch eine vereinbarte Selbstbeteiligung wird die Prämie dauerhaft günstiger, während der Selbstbehalt nur fällig wird, wenn ein Schadenfall eingetreten ist.

Verschiedene Formen des Selbstbehaltes

Ein Selbstbehalt ist ein festgelegter Betrag oder Betragsanteil, den der Versicherungskunde entsprechend der getroffenen Vereinbarung im Versicherungsvertrag im Schadenfall selbst übernimmt.

Ein betragsmäßiger Selbstbehalt wäre beispielsweise eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro für Kfz-Teilkaskoschäden, also zum Beispiel beim Schaden am eigenen Auto durch einen Hagelschaden. Eine anteilige Selbstbeteiligung ist zum Beispiel eine 90-prozentige Erstattung der Kosten für einen Zahnersatz im Rahmen einer Zahnzusatz-Krankenversicherung, das heißt, der Versicherungskunde trägt zehn Prozent der Zahnersatzkosten selbst.

Die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung kann bereits bei Vertragsabschluss, aber auch während der Vertragslaufzeit erfolgen. Wenn ein Selbstbehalt vereinbart ist, ist dies schriftlich in der Police vermerkt. Wer einen Selbstbehalt vereinbart hat und nie einen Schaden erleidet, spart am meisten.

Nach welcher Zeit sich ein Selbstbehalt lohnt

Doch auch bei einer durchschnittlichen Schadenhäufigkeit ist die Prämienersparnis aufgrund einer vereinbarten Selbstbeteiligung meist höher als der Geldbetrag, den man im Rahmen des Selbstbehaltes bei einem eingetretenen Schaden aus der eigenen Tasche zahlen muss. Nur wer im Laufe der Zeit überdurchschnittlich viele Versicherungsschäden hat, ist mit einem Selbstbehalt finanziell schlechter gestellt. Doch auch dann kann sich ein vereinbarter Selbstbehalt positiv auswirken.

Denn wer Schäden, die geringer sind als die selbst zu bezahlende Selbstbeteiligung, gar nicht erst meldet, verringert das Risiko, dass ihm die Versicherung wegen zu vieler Schäden kündigt. Wer wissen möchte, wie lange er schadenfrei versichert sein muss, damit sich ein Selbstbehalt lohnt, kann dies selbst ermitteln, indem er die Höhe des Selbstbehaltes durch den Beitragsunterschied zwischen dem Tarif mit und den ohne Selbstbehalt teilt und dadurch die Anzahl der Jahre erhält.

Beispiel: Selbstbehalt 100 Euro, Jahresbeitrag 90 Euro ohne und 130 Euro mit Selbstbehalt (Unterschied 40 Euro), also 100/40 = 2,5 Jahre. Wer im genannten Beispiel nach 2,5 Jahren oder auch später einen Schaden erleidet, spart insgesamt aufgrund der Prämienersparnis durch den vereinbarten Selbstbehalt trotzdem er im Schadenfall einen Selbstbehalt, aus der eigenen Tasche zahlt, mehr als bei der gleichen Police ohne Selbstbehalt.

Sparpotenzial effizient ausschöpfen

In der privaten Krankenversicherung lohnt sich sogar ein Selbstbehalt von einigen Hundert Euro pro Jahr nicht nur für Gesunde, sondern auch für Personen mit Vorerkrankungen – und zwar ab dem ersten Jahr des Bestehens der Police. Der Grund: Der Prämienunterschied zwischen einer Krankenpolice mit einem geringen oder gar keinem Selbstbehalt ist im Vergleich zu einem Krankenversicherungs-Vertrag mit einer höheren Selbstbeteiligung meist hoch.

Das Risiko einer hohen Selbstbeteiligung ist dabei überschaubar, da bei einer Krankenversicherung der zu tragende Eigenanteil oft auf einen Jahreshöchstbetrag begrenzt ist. Tipp: Wer das Sparpotenzial, das ein Selbstbehalt bietet, möglichst effizient ausschöpfen will, sollte den Versicherungsschutz und die damit verbundenen Prämien und Aufwendungen als Ganzes sehen. Das heißt, werden in allen bestehenden Versicherungspolicen, wenn möglich, tragbare Selbstbehalte vereinbart, ergibt dies insgesamt eine hohe Beitragsersparnis.

Damit lassen sich Selbstbehalte, die im Schadenfall zu zahlen sind, in der Regel problemlos begleichen. In den seltensten Fällen hat man nämlich in allen versicherten Bereichen einen Schaden. Dagegen profitiert man aber von der Prämienreduzierung aufgrund des Selbstbehaltes bei allen Policen. Insgesamt gesehen muss man dadurch trotz der Selbstbeteiligungen, die man im Schadenfall übernehmen muss, immer noch weniger zahlen, als wenn man bei allen Versicherungspolicen keine Selbstbeteiligung vereinbart und damit höhere Versicherungsprämien in Kauf genommen hätte.

(Text: verpd / Bildquelle: pixabay)

Weitere Meldungen